Gelebte Orthodoxie heute
 
Das Adjektiv “orthodox” ist häufig mit der Vorstellung eines sich hartnäckig eingrabenden Fundamentalismus belastet. Die Jüdische Gemeinde Würzburg und Unterfranken, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Würzburg und Unterfranken wiedererstand, ist eine der ganz wenigen traditionell-jüdisch geführten und trotzdem einem religiösen Fortschritt in der modernen Welt offenen Gemeinden. Sie war von Anfang an bemüht, sich auf der Grundlinie einer duldsamen und selbstbewußten “Orthodoxie” festzumachen, wie sie im 19. Jahrhundert durch den weltberühmten Rabbiner Seligman Bär Bamberger (1807-1878) definiert worden war.
 
  Die durch das Wirken des “Würzburger Rav” geprägte Tradition ist als “Würzburger Orthodoxie” bekannt geworden. Sie ermutigt eine jüdische Weltanschauung, die Traditionstreue mit geistiger Aufgeschlossenheit verbindet. Der “Würzburger Rav” brachte dieses Programm für seine Person seinerzeit auf den Nenner: “Sie mögen wissen, dass ich alles, was ich aufgrund der Religion und des Gesetzes unserer heiligen Torah erlauben kann, erlaube. Denn so wie es verboten ist, das Verbotene zu erlauben, so ist es verboten, das Erlaubte zu verbieten” (Jad ha-Levi, Jore De’ah Nr. 30, Seite 102, Spalte 2)  
 
 
 
 
 
 
 
РУССКИЙ
ENGLISH
DEUTSCH