| Jüdische Fest - und Fasttage (Jüdischer Kalender) | |
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| Tischa beAv und die drei vorausgehenden Wochen | |
| Chajm Guski
Argentinien ist Heimat der größten jüdischen Gemeinden Lateinamerikas. Sieben Stockwerke hatte das Gebäude der "Asociación Mutual Israelita Argentina" (AMIA) in Buenos Aires, ein Gemeindezentrum für die Juden der Stadt. Am 18. Juli 1994 wurde ein Lieferwagen in den Eingangsbereich der AMIA gesteuert, beladen mit einer aus Ammoniumnitrat beladenen Bombe. Die fahrende Bombe tötete 85 Menschen, verletzte mehr als 300 schwer und machte das Gemeindezentrum dem Erdboden gleich. Später vermutete man, die Hisbollah steckte hinter diesem Anschlag. |
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Im Jahr 1492 erließ Isabella von Kastilien ein Dekret, wonach sich alle Juden des Landes bis zum 31. Juli 1492 entweder taufen lassen sollten, oder das Land zu verlassen hatten. Die Vertreibung der Juden aus Spanien hatte begonnen. In der charejdischen Welt ist Tischa be Aw auch der Tag, an dem an die Opfer der Schoa erinnert wird. In jüngster Zeit verfassten Rabbiner Schlomoh Halberstam und Rabbiner Schimon Schwab spezielle Kinnot für diesen Zweck. Halachot und Gebräuche dieser Zeit Die Zeit zwischen dem 17. Tammus und dem 9. Av war immer eine Zeit des Unglücks und Unheils für das jüdische Volk. Ach, wie liegt einsam die Stadt, Rabbi Jochanan sagte, dass dieser Tag (als die Kundschafter aus dem Land Jisrael kamen und ihren entmutigenden Bericht ablieferten), der Vorabend von Tischah be'Av war. Der Heilige, gelobt sei sein Name, sagte, "Du hast für nichts geweint. Ich werde dieses Datum für Euch als ein Tag wirklichen Weinens für alle kommenden Generationen einsetzen". Der Neunte Aw (Tischa beAv) wird in Trauer begangen, dieser Tag ist ein besonderer Fastentag. Torahschrein und Lesepult werden von den schmuckvollen Vorhängen entblößt und bei schwachem Licht werden am Abend die Kinnot gelesen. Ereignisse der jüdischen Geschichte die an Tischa beAw stattfanden: * Am neunten Aw wurde verfügt, dass die Generation, die durch die Wüste gewandert war, nicht das Land Jisrael betreten durfte (Bamidbar 14:26-35) Regeln und Bräuche während der "Drei Wochen" (Kizzur Schulchan Aruch §122) - Man hört nicht Musik - Man hält sich von fröhlichen öffentlichen Veranstaltungen fern. - Man vermeidet Ausflüge - Man schneidet sich nicht die Haare - Man vermeidet das Sagen der Brachah: "Schehechijanu" - Man trinkt keinen Wein und verzehrt kein Fleisch (außer am Schabbat) Während der "Neun Tage" - Man vermeidet es, Dinge zu kaufen, die einem Freude bereiten. - Man verzichtet völlig auf den Verzehr von Fleisch und Wein (wenn man dies nicht schon während der "Drei Wochen" begonnen hat); auch hier gilt, daß man Fleisch und Wein genießen darf, wenn man sie am Schabbat verzehrt, oder im Anschluß an eine Mitzvah. - Man verzichtet auf das Tragen neuer Kleidung. - Man badet nicht zum Vergnügen, sondern nur um sich zu reinigen. Vorzugsweise sollte man kaltes Wasser benutzen. Außerdem sollte sich nicht der gesamte Körper im Wasser befinden. Am Freitag ist das Baden in warmen Wasser erlaubt, um den Schabbat zu ehren. Tischa be Av Kurz vor dem Fasten nimmt man noch eine spezielle Mahlzeit zu sich. Seuda Ha'maf sekes - Ein gekochtes Ei, Brot und Wasser. Das Ei erinnert uns an den Kreislauf des Lebens. Diese Mahlzeit wird auf dem Boden sitzend gegessen, als Symbol der Trauer. Tischa be Av ist ein voller Fastentag, vom Abend bis zum nächsten Abend wird weder gegessen, noch getrunken. |
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